Bewegung – sportliche Aktivitäten

dr. reinwald metabolic regulation® – Teil 8

Bewegung ist nicht nur ein wichtiger Aspekt bei Diäten zum Gewichtsmanagement. Sie ist auch bei einer ernährungsmedizinischen Intervention im Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung sehr wichtig. Dabei gilt es jedoch ein paar Eigenheiten zu beachten, denn ein Zuviel vor allem an falscher Bewegung kann auch schaden.

Einige wichtige Anmerkungen zum Thema Bewegung

Dies gilt besonders bei sog. Oxidose-Erkrankungen wie z.B. den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises oder Neurodermitis, d.h. bei Erkrankungen, die von einem Überschuß an Freien Radikalen (Oxidantien) und einer latenten Übersäuerung (z.B. Verlustazidose) begleitet sind, m.a.W. einem Mangel an Pufferkapazität sowohl an Antioxidantien (Oxidose) als auch basischen Mineralsalzen (latente Azidose).

Lediglich bei sog. Redose-Erkrankungen, wie z.B. Krebs oder Schuppenflechte, d.h. bei Erkrankungen mit einem Überschuss an Anti-Oxiditativer Kapazität (AOK), ist eine massiv erhöhte sportliche Aktivierung auch über die Laktatschwelle hinaus in den höheren Leistungsbereich sinnvoll – siehe das Beispiel des Radrennfahrers Louis Armstrong, der damit sein Krebsleiden bezwang.

Für die allermeisten chronisch kranken Menschen ist es allerdings grundsätzlich ratsam, zunächst ein Training unterhalb der der Laktatschwelle zu betreiben. Das ist ein Trainingsmodus unterhalb der Schwelle, in der der Muskel in Sauerstoffnot gerät. Dadurch wird auch weniger Milchsäure (Laktat) gebildet und so die Pufferkapazität geschont. Weniger ist hier mehr.

Gesunde sollten sich am Intervalltraining orientieren, also abwechselnd die Leistung steigern und über die Laktatschwelle hinausgehen, um über den Trainingsreiz eine optimale Leistungssteigerung zu erreichen.

Erforderliche aktive Bewegung täglich bzw. Minimum 4 x die Woche

  • Walking: mind. 1 Stunde
  • Jogging: mind. 0,75 Stunde
  • Fahrradfahren (Heimtrainer oder real): mind. 1 Stunde
  • Seilspringen: mind. 0,5 Stunde
  • Skateboard: mind. 1 Stunde
  • Fußball spielen: mind. 1 Stunde
  • Schwimmen: mind. 1 Stunde
  • Treppensteigen: mind. 0,5 Stunde
  • Volleyball: 0,5 Stunde
  • Tennis: 0,5 Stunde
  • Aerobics: 1 Stunde
  • Hinsetzen & Aufstehen: mind. 0,5 Stunde täglich, morgens und nachmittags

Warum ist Bewegung so wichtig?

Bewegung hat neben dem Muskelaufbau und damit der Erhöhung des Grundumsatzes (Kalorienverbrauch im Ruhemodus) sowie natürlich dem Kalorienverbrauch während des Leistungsumsatzes viele weitere Vorteile. Für Diabetiker besonders bedeutsam ist, dass Bewegung zur Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Insulinsensitivität beiträgt, d.h. die Insulinrezeptoren im Fett- und Muskelgewebe werden wieder empfänglicher für die Aufnahme von Zucker, die sie verweigert haben, weil sich durch die kohlenhydratreiche Ernährung ständig zuviel Glukose im Blut befunden hat und die Gewebe dadurch Schaden erleiden. Das aber bedeutet auch, daß die nicht zur Insulinresistenz fähigen, gegen den ständigen Zuckerüberfall „wehrlosen“ peripheren Gewebe nicht weiter durch zu hohe Blutglukosespiegel gefährdet sind und entlastet werden. M.a.W.: Bewegung und kohlenhydratreduzierte Ernährung tragen in erheblichen Maß dazu bei, Symptome und deren Auswirkungen zu vermeiden, die wir bei Diabetikern nur allzu gut kennen: Diabetikerfuß, diabetische Neuropathie, Nierenleiden, Erblindung usw..

Bewegung aber leistet noch mehr: sie verbessert den Lymphfluss und die Peristaltik der autonomen Muskelgewebe (z.B. Darm) und damit natürlich auch die körpereigene Entgiftung durch die Mobilisierung der im Fettgewebe eingelagerten Toxine.

Bewegung verbessert die Sauerstoffversorgung und so die Durchblutung der Gewebe. Sie stärkt aber auch unser Immunsystem, da bei sportlicher Beanspruchung sog. Myokine ausgeschüttet werden. Myokine sind hormonähnliche Botenstoffe, die von der Muskulatur der Säugetiere bei Bewegung und Kontraktion ausgeschüttet werden. Der Name leitet sich aus dem griechischen mys für „Muskel“ und kinema für „Bewegung“ ab. Myokine sind gefäßaktiv, d. h., sie können Gefäße kurz- oder langfristig aktivieren und zu deren Gesundheit beitragen. Je mehr wir uns bewegen, desto höher ist der sog. Myokinwachstumsfaktor, der Vascular endothelial growth factor (VGEF), der dafür sorgt, dass sich die Blutgefäße erneuern und verzweigen. Die Folge: unsere Muskeln werden besser durchblutet und dadurch leistungsfähiger. Das gilt übrigens auch für unsere Nervenzellen.

In wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass sich nach dem Sport bis zu zwanzig Mal mehr Myokine im Blut befanden als vor der muskulären Beanspruchung. Mittlerweile weiß man, dass es bis zu 700 verschiedene Myokine gibt, von deren Wirkweise wir aber nur einen Bruchteil verstehen.

Heilsame Effekte von Bewegung

Dennoch ist zweifelsfrei belegt, dass die durch Muskeltätigkeit angeregten Myokine u.a. folgende heilsame Effekte haben:

  • Anregung des Lymph- und Fettstoffwechsels
  • Steigerung des Grundenergiebedarfs
  • Aufbau von Skelettmuskulatur
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Anregung des Knochenwachstums
  • Heilung von Entzündungsvorgängen
  • Bildung neuer Gefäße

Zum Thema Ketogene Ernährung gibt es inzwischen jede Menge Literatur. Als wir Anfang des neuen Jahrtausends damit anfingen, betraten wir in Deutschland noch weitgehend Neuland. Von den Besonderheiten und Möglichkeiten mit MyAMINO® gar nicht zu sprechen. Im Gespräch war seinerzeit nur die sehr fleischlastige Atkins-Diät mit ihren starken Einschränkungen bei vielen chronischen Erkrankungen, insbesondere bei bestimmten Krebsarten sowie Leber- und Nierenerkrankungen. Auch für vegetarisch oder vegan lebende Menschen ist es eher schwer, ohne zusätzliche Hilfe wie mit MyAMINO® in die Ketose und damit in den heilsamen Fettstoffwechsel zu kommen, da ihre Kost naturgemäß erheblich mehr Zucker und Kohlenhydrate enthält.

Die optimale Eiweißversorgung bei gleichzeitig maximaler Entlastung der am Stoffwechsel beteiligten Organe, die ausreichende Versorgung mit wichtigen und gesunden Fetten sowie die Unterstützung der körpereigenen Entgiftung mithilfe von Superfood sind die wesentlichen Faktoren und Unterschiede unseres Programms. Und Sie werden diese Unterschiede schnell bemerken.

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Article 14. Januar 2022 • Read more

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